Ein kleiner Ausflug in die Anatomie: Die Katzenkralle

Die Krallen gehören mit zu den wichtigsten Werkzeugen der Katze und stellen wertvolle Hilfsmittel bei der Jagd, bei der Verteidigung, aber auch beim Klettern dar. Umso wichtiger, dass diese stets gut geschützt und einsatzbereit bleiben. Auch in anatomischer Hinsicht sind der Aufbau der Katzenkralle und deren Einziehmechanismus sehr interessant.

Wie ist die Katzenkralle aufgebaut?

Die festen, scharfen, sichelförmigen Krallen der Katze bestehen aus dem Strukturprotein Kreatin, wobei mehrere Hornlagen übereinandergeschichtet sind. Sie stellen eine Verlängerung des letzten Zehengliedes, des so genannten Krallenbeins, dar und können bei den meisten Katzenarten eingezogen werden. Eine Ausnahme bilden zum Beispiel der Gepard und die seltene Iriomote-Katze, die ihre Krallen entweder nicht (Gepard) oder nur teilweise (Iriomote-Katze) einziehen können.

Was passiert beim Krallenwetzen am Kratzbaum?

Beim Krallenwetzen wird die oberflächliche Lage der verhornten Krallentüte abgelöst. Das ist möglich, weil sich die Kralle aus mehreren schalenförmigen, übereinandergeschichteten Hornlagen zusammensetzt und so beim Krallenschärfen am Kratzbaum oder an einer anderen Kratzgelegenheit die jeweils obere Schicht abgetragen werden kann. Teilweise findet man diese abgelösten Hornschichten dann auch in unmittelbarer Nähe des Kratzplatzes. Die Krallen an den Hinterpfoten werden von den Samtpfoten meist abgeknabbert. Bei älteren oder eingeschränkten Tieren müssen die Krallen teilweise von Hand gekürzt werden. Auch für Ausstellungen wird oft das Stutzen der Katzenkrallen verlangt.

Wie funktioniert der Einziehmechanismus der Katzenkralle?

Für einen leisen, schleichenden Gang und zum Schutz der Krallen beim Laufen sind unsere Samtpfoten in der Lage, ihre Krallen vollständig in eine Hauttasche einzuziehen. Dafür sind elastische Bänder notwendig, genauer gesagt das Ligamentum dorsale longum, das die Kralle zurückzieht und ein Hilfsband, das Ligamentum dorsale breve, das dafür sorgt, dass die Kralle beim Einziehen gerade seitlich am mittleren Zehenglied vorbeigeführt wird. Für das Ausfahren der Krallen ist wiederum die tiefe Beugesehne verantwortlich.