Die Bengal – ein Hauch von Exotik

Die Bengal, früher auch unter der Bezeichnung Leopardette bekannt, gehört zu den Katzenrassen, die ursprünglich aus der Verpaarung von Wildkatzen und Hauskatzen entstanden sind. In diesem Fall handelt es sich um die Kreuzung aus asiatischer Bengalkatze (Prionailurus bengalensis) und Hauskatze. Zudem wurden im Laufe der noch relativ jungen Zuchtgeschichte verschiedene Katzenrassen eingekreuzt.

Entstehung der Bengal

Die erste bekannte Kreuzung einer weiblichen Bengalkatze mit einem schwarzen kurzhaarigen Hauskater wurde 1963 von der Genetikerin Jean Mill in den USA vorgenommen. Ziel der Verpaarung war es, eine Hauskatze mit dem Aussehen einer Wildkatze zu schaffen. Jedoch verhielten sich die ersten Generationen noch eher wie ihre wilden Vorfahren, was sich durch Verhaltensweisen wie eingehendes Markieren (bei Katern und Katzen) oder durch das für die wilde Bengalkatze typische Lösen im Wasser statt in der Katzentoilette zeigte. Heute wird die Bengal nur noch reinerbig (also Bengal x Bengal) verpaart und kann problemlos im Haus gehalten werden, auch wenn sie sich einige Eigenschaften ihrer wilden Vorfahren, wie etwa die besondere Liebe zum Wasser, erhalten hat. Der amerikanische Zuchtverband TICA erkannte die Bengal 1985 als eigenständige Katzenrasse an.

Aussehen der Bengal

Die Bengal ist eine mittelgroße bis große Katze, die sich durch einen athletischen, muskulösen und massiven Körper auszeichnet. Der Kopf ist relativ klein, die Nase ist breit mit auffälligen Schnurrhaarkissen, die Augen sind groß und oval. Das Fell der Bengalen ist kurz und dicht, dabei aber weich und seidig. Der Schwanz ist dick und tief angesetzt.

Bengalen gibt es in unterschiedlichen Farbvarianten. Am bekanntesten sind braune Exemplare mit gestromter („marbled“) oder getupfter („spotted“) Fellzeichnung. Daneben erfreuen sich auch „Snow Bengals“ (Schneebengalen) großer Beliebtheit. Hierbei handelt es sich um elfenbeinfarbene bis hellbraune Katzen mit brauner bis grauer Zeichnung. Kombinationen mit Silber sind zudem ebenso möglich, wie schwarze und blaue Tiere, wobei allerdings nicht alle Farbvarianten von den Zuchtverbänden auch anerkannt werden.

Wesen der Bengal

Bengalen gelten als verschmuste, zutrauliche und offene Tiere, die oft bis ins hohe Alter hinein aktiv und verspielt bleiben. Die Katzen verfügen über eine im Vergleich zu normalen Hauskatzen gewaltige Sprungkraft und gelten als sehr intelligent.

Manche vergleichen das Wesen der Bengal eher mit dem eines Hundes als dem einer Katze. Denn viele Exemplare apportieren mit Freude, lieben Wasser, sind gerne überall dabei und „unterhalten“ sich begeistert mit ihren Menschen.

Entsprechend sollten bei der Entscheidung für Bengalen der Wille und die Möglichkeit bestehen, diese lebhaften Tiere geistig wie körperlich auszulasten, wozu ein gleichwertiger kätzischer Spielkamerad durchaus beitragen kann.