Der perfekte Kratzbaum für eingeschränkte Katzen

Im Tierschutz warten zahlreiche Katzen mit Handicaps auf ein neues Zuhause. Seien es so genannte "Wackelkatzen“, also Samtpfoten mit Koordinationsstörungen (Ataxie), seien es Katzen mit nur drei Beinen oder auch blinde Tiere. Manche besitzen diese Einschränkungen von Geburt an, andere erwarben sie durch Krankheiten, Unfälle oder auch durch menschlichen Einfluss. Gerade unerfahrenen Katzenhaltern stellt sich bei der Entscheidung für eine "Handicat“ die Frage nach der geeigneten Wohnungseinrichtung, insbesondere auch nach dem perfekten Kratzbaum.

Grundsätzlich gilt, auch Samtpfoten mit Einschränkungen bleiben Katzen mit all ihren typischen Bedürfnissen. Entsprechend sollte eine Kratzmöglichkeit nicht fehlen. Um Unfälle zu vermeiden und den Stubentigern den Alltag zu erleichtern, sind jedoch einige Vorkehrungen zu empfehlen.

Ein Kratzbaum für Ataxisten

Je nach Ausprägung der Ataxie können „Wackelkatzen“ oft nicht springen, sehr wohl aber klettern und sind durchaus in der Lage auch hohe Kratzbäume zu erklimmen. Allerdings besteht durch die Gleichgewichtsstörungen und die Angewohnheit mancher Ataxisten, sich einfach fallen zu lassen, eine gewisse Absturzgefahr, der Sie mit geeigneten Sicherungsmaßnahmen begegnen sollten. Auch der Auf- und Abstieg kann erleichtert werden. Hier können beispielsweise große Plattformen und mit Sisal oder Teppich bespannte Rampen oder Treppen hilfreich sein. Um das Verletzungsrisiko zu minimieren, falls es doch einmal zu einem Absturz kommt, sollte der Bereich unterhalb des Kratzbaums gepolstert werden.

Ein Kratzbaum für blinde Katzen

Bei blinden Katzen ist es wichtig, dass sich die Gestaltung der Wohnung nach Möglichkeit kaum oder nicht verändert. Das gilt im Wesentlichen auch für den Kratzbaum. Ist eine blinde Katze erst einmal mit ihrer Umgebung vertraut und kann sich gut orientieren, so ist für Außenstehende oft kaum mehr ein Unterschied zwischen sehender und blinder Katze zu bemerken. Für den Anfang empfiehlt es sich jedoch auch hier, den Kratzbaum zu sichern, um Abstürze zu vermeiden. Auch blinden Katzen wird der Auf- und Abstieg durch Rampen und Treppen erleichtert, damit sie sich den Weg nach unten und nach oben ertasten können.

Ein Kratzbaum für dreibeinige Katzen

Beinamputationen sind bei Katzen häufig Folge von Unfällen oder werden aufgrund von bösartigen Knochentumoren nötig, um das Leben der Samtpfote zu retten und/oder deren Lebensqualität zu erhalten. Die Stubentiger gewöhnen sich in der Regel schnell an das Leben auf drei Beinen und man muss schon genau hinsehen, um einen Unterschied zwischen Drei- und Vierbeiner zu sehen. Allerdings bedarf es dazu ein wenig Training, währenddessen der Kratzbaum ebenfalls gesichert werden sollte. Da die Gelenke durch das Fehlen eines Beines zudem grundsätzlich mehr belastet werden, lässt sich auch hier durch Auf- und Abstiegshilfen Erleichterung verschaffen.